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25 December 2009

Angèlica’s Blog in Deutsch

Weltweiter Marsch für Frieden und Gewaltfreiheit

ab Costa Rica 9.12.2009

Ich komme um 21.30 in San Jose Cosa Rica an. Diego und Mario holen mich ab. Wir kennen uns nicht aber es fühlt sich an als würde ich gute Freunde treffen. Im Auto auf dem Weg in die Stadt erzählen wir unsere Geschichten wie einem Freund den man lange nicht gesehen hat. Wir besuchen noch ein paar andere und fahren dann zu Mario wo ich übernachte.

Am nächsten Tag fahren wir nach Liberia, einem Städtchen an der Küste, das nahe an der Grenze zu Salvador liegt. Dort wird morgen das Basisteam vom Marsch ankommen. Auf dem Weg organisieren wir noch einige Sachen wie 600 T-shirts abholen, Transparente einsammeln. Das Telefon geht non-stop um verschiedenste Sachen zu koordinieren. In Liberia fahren

13.12.09
Nach einem gemütlichen Frühstück, findet man fast das ganze Team im Aufenthaltsraum mit offenen Laptops, um an ihren jeweiligen Funktionen zu arbeiten: Videos -, Fotos bearbeiten, schreiben für den Blog, den nächsten Stop koordinieren, usw.
Um 11Uhr zieht die erste Gruppe los zu einem zentralen Platz, dort arbeitet ein Clown mit Kindern zum Thema Krieg und Gewaltfreiheit. Wir verteilen „Nicht-Kriegs-Spielzeug“ an die Kinder als Belohnung.
Danach formieren wir uns für einen Marsch durch die Stadt, der am gleichen Platz endet. Auf der Bühne finden den ganzen Tag über Konzerte mit super guten Bands statt. Jeder im Basis Team stellt sich auf der Bühne vor und Magally hält eine Rede.
Jetzt haben wir frei bis 20Uhr wo wir nochmals auf der Bühne reden werden.
Bevor wir ein zweites Mal losgehen informiert uns Luis, dass das Team für die Atlantik Route nicht in Panama bleibt, sondern vom Bus zum Flughafen fährt, um über Rio nach Recife/Brasilien zu fliegen. OHJEEEEE …….., das ist aber traurig, jetzt hatte ich mich so gefreut, die Leute vom Basisteam zu treffen und schon müssen wir uns trennen. Ja und ausserdem heisst das auch eine Nacht im Bus und die nächste Nacht im Flugzeug zu verbringen. Ohje!!!!! Mitternacht steigen wir in den Bus – natürlich nicht ohne uns mit Umarmungen und Tränen in den Augen von Diego und Mario zu verabschieden.

14.12.09
Um 6Uhr morgens werd ich geweckt wir sind an der Grenze zu Panama. Als ich mirch gerade wieder auf meinem Sitz ausgestreckt hatt um weiter zu schlafen, mußten wir wieder aussteigen, weil eine ganze Gruppe Panamenhos, einschließlich eines Abgeordneten und eine Presse Gruppe vor unserem Bus stand um uns zu empfangen.
Also sind wir mit Trommlergruppe voraus aus dem Bus getanzt.
Nach herzlichen Begrüssen, Interview usw. steigen wir eine halbe Stunde später wieder in den Bus.
Um ca. 8Uhr werde ich wieder geweckt und als ich aus dem Fenster schaue stehen da zwei Reihen weiß gekleideter Männer Spalier plus jede Menge Leute in Sonntags Kleidern. UPS – ich habe gerade die ganze Nacht in meinen Klamotten geschlafen, mein Weltmarsch T-Shirt ist nicht mehr ganz weiss. Eine Brassband empfängt uns und dann beginnt der Marsch. Es ist sehr heiß, die Sonne knallt auf unsere Köpfe. Es marschieren bestimmt 1000 Leute, darunter traditionelle Tanz- und Musikgruppen. Der Marsch endet an einem Platz, wo der Bürgermeister, verschiedene Prominente und wir Reden zu Frieden, Rüstung und Gewaltfreiheit halten. Es gibt nochmal viel Presse, die Interviews mit uns machen.
Dann werden wir noch zu einem Frühstück eingeladen – Das tut gut.
Wir steigen wieder in unseren Bus Richtung Panama City. Nach einer Schlafpause, erzählt uns Esther über die politische und soziale Situation Panamas. Über den Präsidenten , über die amerikanischen Militärstützpunkte, wie Panama eine wichtige Rolle spielt um den südamerikanischen Kontinent zu „kontrolieren“. Jetzt nähert sich der Moment wo wir uns trennen müssen – es ist schon traurig jetzt sehen wir uns erst in Punta de Vacas wieder. Wir verabschieden uns auch noch von den Trommlern und der Bus hält. Es stehen schon 2 Autos bereit, die uns zum Flughafen bringen, wir laden unsere Koffer um. Jetzt ist echt Abschied, viele, viele Umarmungen und gute Wünsche und los geht’s zum Flug nach Recife – Brasilien über Rio.

15.12.2009

Nach unserem Reise-Marathon kommen wir mittags in Recife an. 3 Leute holen uns ab. Wir haben ein tolles Hotel – Best Western am Strand, für 2 Nächte.
Leider können wir nicht schlafen, nachmittags gibt es eine Pressekonferenz ber der ich den Marsch vorstellen kann. Später können wir uns dann in den Nachrichten im Fernsehen sehen.
Vor dem Abendessen haben wir ein Treffen am Pool, dort lernen wir die Organisatoren des Marsches und die verschiedenen Gruppierungen die den Marsch organisiert haben, kennen. Zum größten Teil Leute der schwarzen Bevölkerung deren Kultur und Religion diskriminiert wird. Einige kämpfen gegen die unglaubliche Gewalt in der Bevölkerung, es gibt in jeder Familie mindestens einen Ermordeten. Die höchste Mordrate ist in der jungen, männlichen schwarzen Bevölkerung. Für 20 Euro kann man sich eine Pistole kaufen, ohne Ausweis. Folglich sind alle bewaffnet. Die meisten Jugendlichen haben mit Drogen zu tun – Marihuana, Kokain und Crack.
Dazu kommt, dass Brasilien sehr hohe Militärausgaben hat und international an 12. Stelle steht.

16.12.2009

Um 9Uhr nach einem tollen Frühstück – jede Menge tropische Früchte, das liebe ich – fahren wir nach Olinda, einer kleinen Stadt gleich bei Recife. WOW … tausende in weiss, Trommeln überall, die Leute tanzen, es ist knallheiss. Wir marschieren ca 1 Stunde bis zum Platz vor dem Rathaus. Auf der Bühne halten wir, einige Prominente und der Bürgermeister Ansprachen und es gibt kulturelle Darbietungen.

Wir, das Basisteam und die lokalen Organisatoren, werden vom Bürgermeister ins Rathaus eingeladen. Ein interessanter Mann, wir sind uns einig, dass dieser Marsch nur der Anfang eines existentiell wichtigen Prozesses ist. Er sagt, dass viele Gruppen gegen die Gewalt kämpfen aber dass es diesen Marsch braucht um der Bevölkerung eine Stimme für ihren Aufschrei gegen die Gewalt zu verleihen. Er dankt uns aus ganzem Herzen. Schon wieder kommen mir die Tränen – ich werd so sentimental bei diesem Marsch.

Pause … wir gehen Essen, einen Aussichtspunkt besuchen für den Souvenier Laden ist leider keine Zeit mehr – auf zum nächsten Marsch. Wir fahren zu einem super schön dekorierten Platz in Recife. Dort warten schon ein paar Leute und die Presse. Wir geben Interviews, werden wichtigen Organisationen vorgestellt, lernen mehr über den Staat Pernambuco. Wieder sind wir vor dem Rathaus – dieses Rathaus ist viel formeller, mit Wachen überall. Wieder werden wir zum Bürgermeister eingeladen (ich darf leider nicht mit, denn ich habe Shorts an und das erlauben sie nicht … naja).
Für diesen Marsch haben wir einen Karnaval Wagen, indem eine Sambagruppe spielt. Wir dürfen auf dem Dach vom Bus mitfahren. Das ist super, da tanzt es sich noch viel besser. Am anderen Ende steht eine riesen Bühne und ein paar tolle Gruppen erwarten uns. Nach der ersten Gruppe, stellt sich das Basisteam auf der Bühne vor.
So jetzt aber schnell zurück ins Hotel, es ist schon 9Uhr und morgen müssen wir um 4Uhr los zum Flughafen nach Salvador de Bahia und dort haben wir den ganzen Tag Programm.

17.12.2009
4:15 Uhr wir steigen in den Bus zum Flughafen!!!! Einige haben NICHT geschlafen, man muss ja noch das Film- und Fotomaterial bearbeiten. Im Flugzeug kann man ja noch ein bischen Schlaf nachholen.
Nach einem schönen Empfang am Flughafen bringt man uns zum Hotel – super mit Meerblick ? Sterne Hotel – leider bekommen wir noch kein Zimmer, es ist zu früh. Nicht so schlimm wir haben ja sowieso keine Zeit zu schlafen. Um 10Uhr ist ein Empfang beim Präsidenten vom Staat Bahia. Interessant wir können wirklich unsere Anliegen vorbringen und bekommen Antworten. Zwei Stunden sind wir dort. Danach sind wir zum Essen eingeladen und treffen Vertreter von Organisationen der schwarzen Bevölkerung, die den Marsch mitorganisiert haben.
Jetzt geht’s weiter zum Marsch. Die Stadt Salvador hat finanziell mit beigetragen den Marsch zu organisieren. Überall ist Presse: Zeitung, Radio und TV. An jeder Ecke sieht man einen von uns mit vorgehaltenem Mikrofon Interviews geben.
Es kommen verschiedenste Gruppen, die meisten weissgekleidet manche mit weissen Luftballons. Es sind tausende die sich schliesslich in Gang setzen. Fantastisch!! Das Hauptthema ist die Gewalt – die Gewalt, die Diskriminierung, die Armut. Ein Lastwagen mit Lautsprechern begleitet den Marsch und dort werden die ganze Zeit über Reden gehalten und Musik gemacht. Mir wird auch das Mikrofon in die Hand gedrückt, ich soll eine Rede halten, Ufff ….. so aus dem Stehgreif zu tausend Leuten sprechen. Aber es gibt keine Ausreden, kein „mir liegt sowas nicht“ oder „nein heute lieber nicht“.
Es ist ein langer Marsch, wir sind erst um 19Uhr im Hotel und sind todmüde aber wir sollen noch zu einem Abendessen und Auswertungstreffen vom Tag. Das Treffen ist sehr gut und wirklich wichtig. Um 23Uhr lieg ich schliesslich im Bett – Morgen um 4Uhr geht’s weiter nach Rio.

18.12.2009
Es ist 11Uhr morgens als wir in Rio im Hotel ankommen. Auf dem Weg vom Flughafen zur Stadt kommt an ein den Favelas (die Armenviertel Rios) vorbei. Wir werden alle ganz still mit bedrückter Stimmung – das ist aber schrecklich.
In Rio sind bereits 4 Leute die sich ab hier dem Marsch anschliessen – Juha aus Finnland, Aurora aus Madrid, Inma aus Barcelona und Irene aus Italien. Jetzt sind wir 12 aus dieser Strecke.
Das ist super, denn wir müssen uns bereits aufteilen, heute gibt es zwei Veranstaltungen: um 17Uhr ein Marsch und Treffen mit dem Bürgermeister von Niteroi, das ist eine Stadt gleich neben Rio und um 17.30Uhr gleichzeitig ein Treffen im Rathaus von Rio. Ich beschliesse das Mittagessen ausfallen zu lassen und bis um 17Uhr zu schlafen.

Jaaaaa…… super ….. die kleinen Freuden des Lebens 4 Stunden schlafen – genial.

Jetzt geht’s mir viel besser, die Luft in Rio ist toll, jetzt ist alles plötzlich ganz fantastisch.
Wir kommen im Rathnaus an, tolles Gebäude, sehr beeindruckend (die Fotos sind auf der www.theworldmarch.org Seite). Das Basisteam darf in die erste Reihe, damit wir uns jeder vorstellen können. Die Reden sind ausserordentlich, sie sagen Dinge wie: Dieser Marsch ist viel mehr als Frieden zu fordern, indem die Gewalt auf physischer, wirtschaftlicher, rassischer, religöser und moralischer Ebene abgelehnt wird, fordert der Marsch eine neue Grundlage des Zusammenlebens für unsere weltweite Gesellschaft. Das ist eine tiefgreifende Veränderung.“ Es ist so unglaublich diese Leute soetwas sagen zu hören. Der vorsitzende weist daraufhin, dass der Marsch in ein paar Tagen in Punta de Vacas endet aber dass das eigentlich nicht das Ende, sondern der Beginn einer tiefgreifenden veränderung ist die der Marsch in Gang gesetzt hat. Er verteilt an alle Anwesenden Origami Tauben. …. Wenn man bedenkt, dass diese Leute früher unsere Feinde waren, die uns angeklagt haben.

Nach dem Abendessen gibt es ein erstes Treffen mit allen alten und neuen Teammitgliedern, um Informationen auszutauschen und unsere Rolle als ganzes zu besprechen. Es werden auch neue Funktionen verteilt.

Es ist Viertel nach 2 als ich dann in meinem Bett lande. Morgen können wir ja fast ausschlafen, um neun werden wir erst abgeholt.

19.12.2009

Heute marschieren wir an der Copacabana, das ist ein wunderschöner Strand!!!! Es dauert ein bischen bis der Marsch loszieht, wir gehen singend den ganzen Strand von Copacabana entlang. Am Ende erwarten uns zwei Sambabands und alle Leute fangen an zu tanzen. Das macht sehr viel Spass …. an der Copacabana Samba tanzen.

Leider müssen wir aber wieder los, Mittagessen, ein kleines Schläfchen und um 17Uhr fahren wir zum Corcovado, da oben gibt es ein Konzert und eine interreligiöse Zeremonie.

Eine Zahnradbahn fährt fast bis ganz nach oben. Da sind schon ganz viele Leute, unter anderem Paul Cruyvetter von „Mayors for Peace“ – er lebt seit Ende Oktober in Rio. Wir fahren zusammen in der Zahnradbahn hoch. Er erzählt mir über die Situaton Südamerikas in Bezug auf Atomwaffen. Bis jetzt ist Südamerika ja atomwaffenfrei aber sowohl Brasilien wie auch Venezuela könnten in nächster Zeit Atommächte werden. Aus diesem Grund ist es wichtig JETZT Bewußtsein zu schaffen um das zu verhindern.

Die Fahrt wird immer mystischer, als wir in eine Wolke eintauchen die den Christo umhüllt. Oben angekommen geht man noch ein paar Treppen und dann kommt man an der riesigen Christusstatue an. Auf der Aussichtsplattform zu seinen Füssen ist eine Bühne aufgebaut. Die Wolken reissen manchmal auf und dann kann man die Stadt mit ihren Lichtern und Stränden sehen. Wegen dem Wind, der Höhe und dem Nebel ist es recht kühl.

Das Konzert beginnt, dann kommen Vertreter verschiedener Religionen auf die Bühne: Islam, Judentum, Bahai’i, Candomble, ein katholischer Prieser, ein Baptist und ein Zen Buddist. Jede/r (3 sind Frauen) hält eine kleine Ansprache was der Marsch für sie und ihre jeweilige Religion bedeutet, gefolgt von chanten, meditation, Gebet, usw. Am Ende umarmen sie sich alle: nochmal!! die vertreter der verschiedenen Religionen umarmen sich und haben Tränen in den Augen so bewegt sind sie.

Der Sprecher der Humanisten für Brasilien kommt auf die Bühnen um eine Carta für den Frieden vorzulesen, er schafft es nicht denn er ist so bewegt, dass er vor Tränen nicht mehr sprechen kann und die Aufgabe abgeben muss. Das trifft uns natürlich alle und wir fallen uns zum Abschluss alle in die Arme.

Eine Zeit kann ich gar nichts mehr reden.

Wieder unten angekommen gibt es noch ein paar tolle Säfte und Snacks, dann gehen wir noch was essen und um 2Uhr lieg ich dann wieder im Bett, Wecker auf 5Uhr morgen geht’s mit dem Bus nach Sao Paolo.

20.12.09 Sao Paolo

Im Bus fahren noch ca 20 Leute aus Rio mit. Kurz vor Sao Paolo steigen 3 Leute vom Basisteam aus um nach Caucaia zu fahren, wo gleichzeitig ein Marsch stattfindet.

Wir kommen in Sao Paolo an, werden in ein tolles Hotel gebracht -Merkur-, laden unser Gepäck im Zimmer ab, dann ganz schnell wieder zum Bus, im Stadtzentrum – in einer Fussgängerzone – gehen wir in einem „Buffetrestaurant“ was essen – wir haben 20 min. Zeit dafür – dann geht’s zum Marsch. Alles wartet schon auf uns, wir führen mit unserem Transparent den Marsch an. Ich laufe zwischen zwei brasilianischen Persönlichkeiten, die mir beide zur Begrüssung ihre Visitenkarte geben. Direkt vor uns läuft die Moderatorin einer bekannten brasilianischen TV-Show mit ihren Kameraleuten, sie interviewt während es Marsches einem nach dem anderen von uns. Es sind auch sonst noch viele andere Presseleute da.

Ich kann den Marsch gar nicht ganz sehen, weil ich da hinter dem Transparent laufe. Ich glaube es sind ein paar tausend Leute. Ich höre einige Samba Bands, die Leute tanzen.

Schliesslich kommen wir an einem zentralen Platz an, wo eine Riesenbühne aufgebaut ist. Es gibt ein tolles Programm, Tänze, berühmte Sänger, ein Birimbau Orchester, etc. Das Basisteam wird hinter der Bühne bewirtet und nach einer halben Stunde werden wir auf die Bühne gerufen, wo wir uns und unsere Beweggründe für diesen Marsch vorstellen.

Von der Bühne aus erkenne ich ein paar gute alte brasilianische Freunde, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Woww super. Ich geh sie gleich begrüssen, ein schönes Wiedersehen.

Schliesslich werden wir zum Hotel zurückgebracht. Uiiiiii ….. heute kein Program mehr. Ich arbeite noch ein bischen am Komputer und beschliesse dann das Abendessen ausfallen zu lassen und auszuschlafen.

21.12.09 Sao Paulo
Heute haben wir ein Treffen mit dem Bürgermeister von Sao Paulo. Deshalb ein bischen zu dieser Stadt: 19 Millionen Menschen leben hier, fast ein Viertel Deutschlands. Es ist die Industriestadt Brasiliens, soweit das Auge reicht sieht man einen Hochhaustschungel. Wenn in Rio alles etwas langsam war, hier muss alles schnell und effizient gehen. Die Leute sind hauptsächlich weiss. Das Problem mit der Gewalt, sowohl physisch wie auch wirtschaftlich ist mehr als bekannt.

Also wir kommen im Rathaus – eine Festung – an und werden mit speziellem Schutzpersonal in das 22. Stockwerk gebracht. Es wird uns ganz genau erklärt was jetzt geschehen wird und dass unsere Stühle mit Namen gekennzeichnet sind. Jede Menge Presse. Der Bürgermeister mit dem Minister für Sicherheit und zwei anderen Funktionären kommen rein. Zuerst spricht eine der Organisatorinnen vom Marsch in Sao Paolo dann Micky Hirsch für das Basisteam, dann der Bürgermeister. Er sagt wie wichtig es ist die verschiedenen Formen der Gewalt zu erkennen und zu bekämpfen bzw. vorzubeugen. Er gibt Beispiele aus Sao Paolo. Dann erklärt er verschiedene Massnahmen die von Stadt durchgeführt werden sollen: z.B. 1 Million Euro um 20000 junge Leute zu schulen um Kurse gegen Gewalt durchzuführen. Diese Leute sollen zu 50% von den Humanisten und 50 % von anderen Organisationen ausgebildet werden. Wir werden zu einem symbolischen Akt auf dem Platz vor dem Rathaus eingeladen. Eine Gruppe Soldaten zerstört mit einem Panzer einen kleinen Berg Waffen. Überall ist Presse und jede Menge Zuschauer.

Beeindruckend.

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